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Kurz gesagt: Ein NerdMiner ist ein Bitcoin-Solo-Miner auf einem ESP32-Board mit Display, der rund 1 Watt verbraucht. Er rechnet mit einigen hundert Kilohash pro Sekunde, die Chance auf einen Blockfund ist deshalb praktisch null. Er ist ein Lern- und Deko-Gadget, keine Geldanlage.
Ein NerdMiner ist ein winziger Bitcoin-Miner auf Basis eines ESP32-Mikrocontrollers mit kleinem Display. Er rechnet rund um die Uhr an Bitcoin-Blöcken mit, verbraucht dabei kaum Strom und sieht auf dem Schreibtisch aus wie ein Mini-Gameboy. Klingt nach passivem Einkommen, ist aber etwas ganz anderes: eine Lotterie mit astronomisch kleiner Gewinnchance. Hier steht, was das Gerät wirklich ist, wie die Einrichtung läuft und wofür ich meine drei nutze.

Was ist ein NerdMiner?
Der NerdMiner ist ein Open-Source-Projekt (Quellcode auf GitHub): Eine Firmware macht aus einem günstigen ESP32-Board mit Display einen Bitcoin-Solo-Miner. „Solo“ heißt, das Gerät versucht allein, einen ganzen Block zu finden, statt sich in einem Pool die Belohnung mit anderen zu teilen. Findet es einen Block, gehört die gesamte Belohnung (seit dem Halving im April 2024: 3,125 BTC plus Gebühren) der hinterlegten Wallet-Adresse, abzüglich einer eventuellen Pool-Gebühr. Den Fortschritt, die Hashrate und Bitcoin-Daten zeigt das Display an.
Inzwischen gibt es viele Varianten: den NerdMiner V2 mit 1,9-Zoll-Display, Versionen auf dem „Cheap Yellow Display“ (CYD) mit 2,8 Zoll und Weiterentwicklungen wie den NMMiner, die laut Händler mehr Rechenleistung schaffen.
Wie realistisch ist ein Blockfund?
Ehrlich: praktisch null. Ein NerdMiner rechnet je nach Modell mit einigen hundert bis rund 1.000 Kilohash pro Sekunde (Händlerangaben). Das gesamte Bitcoin-Netzwerk kam im Oktober 2026 laut Schätzung von mempool.space auf rund 1.000 Exahash pro Sekunde. Das ist rund eine Billiarde Mal so viel wie 1.000 Kilohash pro Sekunde. Im Schnitt findet das Netzwerk alle zehn Minuten einen Block. Die durchschnittliche Zeit bis zu einem eigenen Block ist deshalb: 600 Sekunden × Netzwerk-Hashrate / Geräte-Hashrate. Für den NM-CYD mit 1.000 Kilohash pro Sekunde laut Händler sind das 600 Sekunden × eine Billiarde, also 600 Billiarden Sekunden. Das sind rund 19 Milliarden Jahre und damit länger, als das Universum alt ist. Dessen Alter gibt die NASA mit rund 13,8 Milliarden Jahren an. Es gab vereinzelt Meldungen über Glückstreffer kleiner Solo-Miner, aber das sind Lottogewinne, keine Strategie.
Hinweis: Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Ein NerdMiner ist ein Bastel- und Deko-Gadget, kein Investment.
Was kostet der Betrieb?
Kaum etwas. Die Geräte ziehen laut Hersteller rund 1 Watt. Über ein Jahr sind das knapp 9 Kilowattstunden, bei 35 Cent pro Kilowattstunde also etwa 3 Euro. Damit ist der NerdMiner eine der günstigsten Lotterien, die es gibt, und ein schönes Lernprojekt dazu.
Aus meinem Setup: Diese drei laufen bei mir:
NerdMiner V2 Pro mit 1,9-Zoll-Display
Bei mir im Einsatz: Mein Anzeige-Gadget für die Gengar-Produktivitäts-Arena: Auf dem kleinen Display läuft immer der aktuelle Wochenkampf.
Gut zu wissen: ESP32 mit 1,9-Zoll-TFT, WLAN, Strom über USB-C, rund 1 Watt (Händlerangaben).
NMMiner NM-CYD mit 2,8-Zoll-Display
Bei mir im Einsatz: Der größere NerdMiner mit 2,8-Zoll-Display: ein Bastel-Gadget mit Lotterie-Charakter, kein Investment.
Gut zu wissen: ESP32-Board mit 2,8-Zoll-Display (CYD), laut Händler bis 1.000 kH/s.
Binghe NerdMiner V2 mit Display und Tischuhr
Bei mir im Einsatz: Der orange Würfel auf meiner Fensterbank: ein kleiner Solo-Miner, der per Knopfdruck auch als Tischuhr läuft.
Gut zu wissen: ESP32 mit Display für die Mining-Statistik, Knopf auf der Rückseite schaltet auf Tischuhr um, bis etwa 1.060 KH/s, Strom über USB-C, mit dem NMMiner-Web-Flash-Tool neu bespielbar (Händlerangaben).
Die drei Geräte im Vergleich, nach Angaben der Händler:
| Modell | Display | Hashrate laut Händler | Stromaufnahme laut Händler |
|---|---|---|---|
| NerdMiner V2 Pro | 1,9 Zoll | 307 kH/s | rund 1 Watt |
| NMMiner NM-CYD | 2,8 Zoll | bis 1.000 kH/s | keine Angabe |
| Binghe NerdMiner V2 | 1,54 Zoll | bis etwa 1.060 kH/s | keine Angabe |
So richtest du einen NerdMiner ein
- Gerät per USB-C an Strom anschließen, ein Handynetzteil oder ein USB-Port reicht.
- Mit dem WLAN verbinden, das der Miner beim ersten Start aufmacht, und die Konfigurationsseite öffnen.
- Dein WLAN eintragen, deine eigene Bitcoin-Adresse hinterlegen und den Pool auswählen, meist ist ein Solo-Pool voreingestellt.
- Speichern, das Gerät startet neu und zeigt danach Hashrate und Netzwerkdaten an.
Je nach Firmware und Händler sieht die Einrichtung leicht anders aus. Wichtig ist nur: Trag eine Adresse ein, deren Schlüssel du selbst kontrollierst, nicht die einer Börse, die du nicht im Griff hast.
Mein Dreh: der NerdMiner als Arena-Anzeige
Spannender als die Lotterie finde ich das Display. Auf einem meiner Geräte läuft die Anzeige meiner Gengar-Produktivitäts-Arena: Dort sehe ich immer den aktuellen Wochenkampf, direkt neben der Tastatur. Wer gern bastelt, findet in den ESP32-Boards mit Display eine günstige Spielwiese. Mehr dazu im Ratgeber Mini-Displays fürs Setup.
Für wen lohnt sich ein NerdMiner?
- Ja: für Bitcoin-Neugierige, die verstehen wollen, wie Mining funktioniert, und für Bastler, die ein hübsches Display-Gadget suchen.
- Nein: für alle, die damit Geld verdienen wollen. Dafür gibt es keinen realistischen Weg.
Häufige Fragen
Kann man mit einem NerdMiner Geld verdienen?
Realistisch nicht. Ein NerdMiner sucht allein nach einem ganzen Bitcoin-Block, und seine Rechenleistung ist im Vergleich zum Netzwerk verschwindend gering. Selbst mit 1.000 Kilohash pro Sekunde bräuchte ein Gerät bei der Netzwerkleistung vom Oktober 2026 im Schnitt rund 19 Milliarden Jahre für einen Block. Ein Fund wäre ein Lottogewinn, keine Einnahmequelle.
Wie viel Strom verbraucht ein NerdMiner?
Laut Herstellern rund 1 Watt. Über ein Jahr sind das knapp 9 Kilowattstunden, also etwa 3 Euro bei 35 Cent pro Kilowattstunde.
Was brauche ich für die Einrichtung?
Ein USB-Netzteil, ein WLAN und eine eigene Bitcoin-Adresse. Die Konfiguration läuft über eine Webseite, die der Miner beim ersten Start per eigenem WLAN bereitstellt.
Was ist der Unterschied zwischen NerdMiner und NMMiner?
Beide sind Solo-Miner auf ESP32-Basis. Der NMMiner ist eine Weiterentwicklung mit eigener Firmware, die laut Händlern mehr Hashrate schafft. An der praktisch nicht vorhandenen Gewinnchance ändert das nichts.
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