Monitorständer oder Monitorarm? Wann sich die Monitor-Erhöhung lohnt und wann nicht

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Kurz gesagt: Ein Monitorständer hebt den Bildschirm für 15 bis 50 Euro um feste 8 bis 15 Zentimeter an und braucht keine Montage. Ein Monitorarm kostet mehr, macht die Tischfläche komplett frei und ist in Höhe, Tiefe und Neigung verstellbar. Richtig ist die Höhe, wenn die oberste Bildschirmzeile höchstens auf Augenhöhe liegt.

Ein Monitorständer ist ein Podest, das den Monitor samt Standfuß anhebt. Ein Monitorarm ist eine Halterung, die den Standfuß ersetzt und den Monitor über den VESA-Anschluss an der Tischkante hält. Beides kann helfen, wenn der Monitor zu tief steht und sich der Nacken nach zwei Stunden meldet. Die Lösung kostet zwischen 15 und 150 Euro, je nachdem, ob du einen einfachen Monitorständer, eine Erhöhung mit Stauraum oder einen Monitorarm wählst. Dieser Artikel hilft dir, die richtige Wahl für deinen Tisch zu treffen, und erklärt vorher, wie hoch der Bildschirm überhaupt stehen sollte.

Die richtige Monitorhöhe

Faustregel: Die oberste Bildschirmzeile liegt höchstens auf Augenhöhe, besser etwas darunter, auch bei großen Monitoren. Die DGUV Information 215-410 nennt die horizontale Sehachse als Obergrenze für die oberste Zeile. Der Blick fällt dann etwa 30 bis 35 Grad nach unten auf die Bildmitte, wie es die Arbeitsstättenregel ASR A6 empfiehlt. Das kann Nacken und Augen entlasten. Der Abstand beträgt ungefähr eine Armlänge, bei Ultrawides etwas mehr. Setz dich aufrecht hin, schau geradeaus und miss, wie viele Zentimeter der Monitor nach oben muss. Diese Zahl entscheidet über die Lösung. Wie hoch die oberste Zeile bei deiner Körpergröße höchstens liegen sollte, zeigt der Rechner Schreibtisch- und Monitorhöhe berechnen.

WasRichtwertQuelle
Oberste Bildschirmzeilehöchstens auf AugenhöheDGUV Information 215-410
Blicklinieetwa 30 bis 35 Grad nach unten, auf die BildschirmmitteASR A6
Sehabstandmindestens 50 cmASR A6, DGUV Information 215-410
Unterkante des Bildschirmsbei Büroarbeit möglichst bis auf die Tischplatte absenkbarASR A6
Richtwerte für die Monitorposition aus der Arbeitsstättenregel ASR A6 (Ausgabe Juli 2024) und der DGUV Information 215-410.

Monitorständer: Die einfache Erhöhung

Ein Monitorständer (auch Monitor-Erhöhung, Bildschirmerhöhung) ist ein Podest, auf das der Monitor mit seinem Standfuß gestellt wird. Höhe meist 8 bis 15 Zentimeter, manche in Stufen verstellbar. Darunter entsteht Platz für Tastatur, Notizbuch oder einen Laptop.

  • Vorteile: günstig, keine Montage, keine VESA-Frage, Stauraum darunter, passt zu jedem Monitor.
  • Nachteile: der Standfuß bleibt und frisst Fläche, keine Tiefen- oder Drehverstellung, feste Höhe.
  • Ideal für: Monitore, die nur 5 bis 12 Zentimeter zu tief stehen, Mietwohnungen, Schreibtische ohne stabile Kante, Monitore ohne VESA.

Monitorarm: Die flexible Lösung

Der Arm ersetzt den Standfuß komplett. Der Monitor hängt an einer Klemme hinter dem Tisch und lässt sich in Höhe, Tiefe, Neigung und Drehung verstellen. Die Tischfläche darunter wird komplett frei.

  • Vorteile: jede Position möglich, maximale Fläche, Kabel im Arm, heranziehen für Detailarbeit, wegschieben für Schreibarbeit.
  • Nachteile: teurer, Montage nötig, braucht VESA und eine stabile Tischkante, bei schweren Monitoren auf Tragkraft achten.
  • Ideal für: alle, die den Monitor regelmäßig verstellen, höhenverstellbare Tische, kleine Tische, Dual-Setups.

Die Entscheidung in 30 Sekunden

SituationEmpfehlung
Monitor steht nur etwas zu tief, Budget kleinMonitorständer
Du willst Stauraum unter dem MonitorMonitorständer mit Schublade oder Fach
Monitor ohne VESA (z. B. iMac, einige Design-Monitore)Monitorständer
Du verstellst den Monitor oft oder nutzt einen Sitz-Steh-TischMonitorarm
Zwei Monitore oder Ultrawide auf kleinem TischMonitorarm (Dual oder Heavy Duty)
Tisch mit dünner oder GlasplatteMonitorständer oder Arm mit Verstärkungsplatte

Empfehlungen

Monitorständer aus Holz oder Bambus

Für wen: Einsteiger, Homeoffice mit Holzplatte

Aus meinen Tests: Zwei Holz-Monitorständer, die ich getestet habe und empfehle.

Fenge Monitorständer aus Holz (108 cm, zwei Ebenen)

Von mir getestet: Holzablage über die ganze Tischbreite mit zwei Ebenen: oben Platz für zwei Monitore oder Gadgets, darunter Stauraum.

Gut zu wissen: 108 × 23,5 × 14,3 cm, zwei Ebenen, bis 45 kg, MDF und Metall, Zusatzhalter für Handy, Tablet oder Kopfhörer (Herstellerangaben).

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Nanoleaf Monitorständer aus Walnussholz mit LED-Licht

Von mir getestet: Monitorständer aus Walnussfurnier mit eingebautem Arbeitslicht vorne und farbigem Ambilight hinten, per App und Matter steuerbar.

Gut zu wissen: 100 × 22 cm, 20 mm Sperrholzkern mit Walnussfurnier, Arbeitslicht 550 Lumen von 1700 bis 6500 K, 102 Farbzonen, Matter, Alexa, Apple Home (Herstellerangaben).

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  • Plus: sieht gut aus, stabil, Platz für Tastatur darunter
  • Minus: feste Höhe

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Monitorständer mit Schublade und USB-Hub

Produktklasse nach Herstellerangaben, nicht von mir getestet.

Für wen: kleine Tische mit viel Kleinkram

  • Plus: Stauraum und Anschlüsse vorne
  • Minus: Hub meist nur USB 2.0, vorher prüfen

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Höhenverstellbarer Monitorständer (Stufen)

Produktklasse nach Herstellerangaben, nicht von mir getestet.

Für wen: wenn die passende Höhe unklar ist

  • Plus: Höhe anpassbar, kein Werkzeug
  • Minus: Kunststoff-Optik bei günstigen Modellen

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Gasdruck-Monitorarm

Produktklasse nach Herstellerangaben, nicht von mir getestet.

Für wen: alle, die mehr als nur Höhe wollen

  • Plus: volle Verstellbarkeit, freie Fläche, Kabelführung
  • Minus: Montage, VESA nötig

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Aus meinem Setup: Mein eigener Arm, falls du dich für die flexible Lösung entscheidest:

PUTORSEN Monitorarm 17–49 Zoll (bis 20 kg)

Bei mir im Einsatz: Trägt auch den 49-Zoll-Ultrawide ohne Absacken, Klemme und VESA 75/100 dabei.

Gut zu wissen: Gasfeder, bis 20 kg, VESA 75/100, Klemme oder Tischdurchführung (Herstellerangaben).

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Der häufigste Fehler

Zu hoch ist genauso schlecht wie zu tief. Wer den Monitor auf einen 15-Zentimeter-Ständer setzt, obwohl 8 gereicht hätten, schaut nach oben und bekommt den Nacken vom anderen Ende her zu spüren. Miss vorher, kaufe passend, und wenn du unsicher bist, nimm einen verstellbaren Ständer oder gleich einen Arm.

Häufige Fragen

Wie hoch sollte der Monitor stehen?

Die oberste Bildschirmzeile liegt höchstens auf Augenhöhe, besser etwas darunter. Der Blick fällt dann etwa 30 bis 35 Grad nach unten auf die Bildmitte.

Wann reicht ein Monitorständer?

Wenn der Monitor nur ein paar Zentimeter zu tief steht, du ihn selten bewegst und keinen VESA-Anschluss hast oder nicht bohren und klemmen willst.

Was ist der häufigste Fehler bei der Monitor-Erhöhung?

Zu hoch. Wer den Monitor höher stellt als nötig, schaut nach oben und belastet den Nacken genauso wie bei einem zu tiefen Bildschirm. Vorher messen und passend kaufen.

Wie weit sollte der Monitor von den Augen entfernt sein?

Ungefähr eine Armlänge, mindestens aber 50 Zentimeter. Den Mindestabstand nennen die Arbeitsstättenregel ASR A6 und die DGUV Information 215-410. Bei Ultrawides darf es etwas mehr sein.

Weiterlesen: Monitorarm kaufen: Worauf es ankommt, Kabelmanagement am Schreibtisch und Monitor und Halterung in meinem Desk-Setup.